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aff Galerie Berlin | Rückblicke (Foto: © Stephanie Englert)

aff Galerie Berlin | Rückblicke

Posted on November 18, 2014 by Julia Schiller

Mit Arbeiten von
Claire Laude, Katrin Streicher, Lana Abramova, Stephanie Englert, Tom Licht

Vernissage: Freitag, 28. November 2014, 19 Uhr
Ausstellung: 29.11.-7.12.2014 & 10.01.-18.01.2015
aff Galerie, Kochhannstr. 14, 10249 Berlin-Friedrichshain
Öffnungszeiten Sa & So 15-18 Uhr
Kuratorin: Lena von Geyso

Pressrelease aff Galerie:
Rückblicke
sammelt Geschichten, die wir in der Vergangenheit erlebt haben, die wir uns und anderen erzählen und von solchen, die erzählt wurden. In ihrer persönlichen Färbung sind die Fotografien von Claire Laude, Tom Licht, Lana Abramova, Stephanie Englert und Katrin Streicher nicht nur eindrückliche und atmosphärische Zeitreisen – vielmehr zeigen sie auf, dass dem Blick zurück immer auch die gegenwärtige Position eingeschrieben ist.
Zurückblicken ist eine Selbstvergewisserung darüber, wo wir herkommen, was uns in der Vergangenheit geprägt hat und wer wir in Zukunft werden möchten. „Wozu sind Wurzeln gut, wenn man sie nicht mitnehmen kann?“, fragt Gertrude Stein und beschreibt, dass wir in der Differenz von den Ursprüngen und der Gegenwart erfahren, was wir geworden sind. Identität ist kein Zustand, der durch die Vergangenheit vorherbestimmt ist. Sie ist vielmehr eine Schöpfung aus Möglichkeiten, die sich aus vergangenen Momenten ebenso ergibt wie aus gegenwärtigen und zukünftigen (Wunsch)vorstellungen.


Lana Abramova war neun Jahre alt, als sie aufgrund des sich ankündigenden Krieges 1989 ihre Heimat, ihre Verwandten und ihre Kindheit verließ. Für das Fotoprojekt Karabakh. Life without War reiste sie zurück nach Baku. Die eindringlichen dokumentarischen Bilder sind eine Suche nach den eigenen Wurzeln und gleichzeitig Zeugnisse eines Landes, in dem die Zeit stillzustehen scheint und das sich doch im stetigen Wandel befindet.

Auch Tom Licht widmet sich dem Ort, an dem er aufgewachsen ist. Daheim ist eine Spurensuche einer deutschen Kindheit und Jugend, in der Gegenstände und Plätze auf alten Familienfotos mit gegenwärtigen fotografischen Bestandaufnahmen seines Elternhauses verknüpft werden. Licht wuchs in der Umgebung am Südrand des Thüringer Schiefergebirges auf, das bis 1989 im direkten Grenzgebiet der DDR zur BRD lag. Persönliche Bilder und Erinnerungen, Geschichten und Zeichnungen Lichts aus seiner Kindheit und Jugend sowie Auszüge aus der Stasi-Akte seines Vaters geben einen vielschichtigen Einblick in die Geschichte und die Geschichten, die prägen, wie wir wurden wer wir sind.

Anders nähert sich Katrin Streichers Arbeit Aren’t I supposed to look grim?!, dem Land, das innerlich gespalten war. Von einem gegenwärtigen Standpunkt eines wiedervereinten Deutschlands, in dem bereits eine ganze Generation in Deutschland aufgewachsen ist, ohne die Teilung persönlich erfahren zu haben, fragt das fotografische Projekt nach Spuren der Erinnerung, die die DDR im deutschen Alltag hinterlassen hat.

Madgalene von Stephanie Englert ist ein Zeugnis von imaginären und realen Mauern. Ihr Großvater, die große Liebe ihrer Großmutter, hatte sich 1962 scheiden lassen und ist mit seiner damaligen Freundin ins Nachbarhaus gezogen. Zusätzlich zur emotionalen und häuslichen Trennung zog er eine Mauer zwischen den Häusern hoch, die erst nach dem Tod der Großmutter entfernt wurde. Die Bilder vom zurückgezogenen Alltag des Großvaters werden mit Tagebuchauszügen der Großmutter verdichtet.

Die Fotografien von Jahrhundertläden in Berliner Jahrhundertläden von Claire Laude geben Einblick in versteckte Räume Berlins, die einer anderen Zeit entstammen. Werkstätten, Geschäfte und Hinterräume, die der Geschichte ihrer Umgebung standgehalten haben wirken altertümlich und modern zugleich – spiegeln sie doch die Sehnsucht nach dem Vergangenen und der Nostalgie, die Stil prägend für eine Gesellschaft ist, in der Qualität und Handarbeit einen neuen Aufschwung erleben und modern ist, was zeitlos wirkt.

Unsere Gegenwart und Zukunft ist von den Splittern der Vergangenheit geprägt, die wir aufheben und bewahren und die uns zu denjenigen gemacht haben, die wir heute sind und werden möchten. So wird das Finden der Geschichte immer auch zum (Er)Finden zukünftiger Geschichten.

aff Galerie Berlin
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Foto: © Stephanie Englert

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