Skip to content

Mit dem Ahooga durch’s Allgäu: klappt das?

Unsere Radreise ins Allgäu wurde für uns und unsere neuen Ahooga Falträder zu einem Härtetest. Haben wir zu viel verlangt von den kleinen Ponies, als wir sie über Stock und Stein, über Berge und Hügel trieben? Werden wir verdursten, von Bäumen erlegt oder von einer ordinären Reifenpanne zur Strecke gebracht? Find out after the coffee break.

Einfach zusammenfalten und losfahren

Es ist schon eine besondere Art der Freiheit, einfach loszufahren zu können um sich die Welt anzuschauen. Wir sind nach wie vor demütig, in einem Land zu leben in dem es so gute Radwege, so schöne Landschaften und eigentlich auch einen guten öffentlichen Personennahverkehr gibt. „Eigentlich“ ist hier bold und kursiv gedacht.
Unsere neuen 20 Zoll Falträder von Ahooga fahren sich wie normale große Räder und die aufrechte Sitzposition empfinden wir als sehr angenehm und das Fahren an sich macht einen riesigen Spaß. So viel, dass wir es mittlerweile lieber fahren als unsere großen Räder.

Zusammengefaltetet kann es man ohne Radreservierung und -ticket im deutschen Fernverkehr als Gepäck mitnehmen. Das ist ein riesiger Vorteil, wenn man einigermaßen spontan verreisen will und flexibler auf die mittlerweile zur Normalität gewordenen Zugausfälle reagieren will. Denn was macht man, wenn der ICE mitsamt Radplatz einfach ausfällt oder man seinen Anschluss nicht bekommt? Wenn man ruhig bleibt und kreativ ist ist, findet man immer einen Platz für sein Ahooga im ICE, aber je nach Baureihe sind diese an verschiedenen Stellen zu finden (mehr hierzu ggf. mal in einem extra-Post).

Am Lech aus der Stadt, an Badeseen und Biergärten vorbei

Unser Startpunkt ist das schöne Augsburg, das in vielen Bereichen gut zu funktionieren scheint, gerade im Vergleich zu Berlin. Wir wollen ins Allgäu, durch Landsberg am Lech und Schongau nach Schwangau bei Füssen – wenn alles klappt. Man ist schnell mit dem Rad an einem der drei Flüsse in Augsburg, an der kleineren, idyllischen Wertach, der Singold, oder am etwas größeren Lech. Wir nehmen letzteren und werden dessen offiziellem Lechradweg folgen. Schön, wenn es Radwege am Fluß gibt, die einen relativ verkehrsarm aus der Stadt leiten, vorbei an Badeseen und Biergärten.

Der wilde Lochbach, fast kitschig schön

Immer am Lech entlang geht es auf guten Radwegen aber einigen Gravelabschnitten durch die irre Hitze von 36 Grad. Wir hatten die Reise ein paar Wochen vorher geplant und die Unterkünfte gebucht, da mussten wir jetzt durch. Die erste Etappe war gnädig mit uns, sie war relativ schattig und viele Höhenmeter mussten wir nicht bewältigen. Anstrengend war es trotzdem, trotz der Abkühlung im Kuhsee. Im Lech kann man eigentlich nicht baden, in der Nähe von den regelmäßigen Aufstauungen für Wasserkraftwerke findet man aber immer wieder vereinzelt Badestellen. Das Ahooga hat bisher alles gemeistert, auch Waldwege, aber längere Strecken über Gravel oder Sand will man damit nicht fahren, und auch vor den anstehenden Höhenmetern haben wir Respekt bei der Hitze. Eine Augenweide und gelungene Abkühlung war der wilde Lochbach, fast kitschig schön.

Durchs schöne Landsberg zur Teufelsküche

Nach gut 50 km erreichten wir das populäre Landsberg am Lech, kein Wunder, so schön und typisch bayrisch wie es hier ausschaut! Wir gönnten uns hier ein sehr gutes Eis bei Michael Dillinger. Unsere Unterkunft, die wunderbare Pension Aufeld – Barbara Bergfeld in Pitzling erreichten wir ein paar Kilometer weiter, durch einen sehr idyllischen Wildparkweg mit schönen Badestellen. Da haben wir uns direkt wohlgefühlt und konnten uns vorstellen, hier ein paar Tage zu bleiben. Gegessen haben wir dann in der Teufelsküche von Josef Schubert, ein toller Ort direkt am Lech, mit sehr leckerem Essen und freundlichem Wirt.

Geburtstag im Garten und Eis im Schatten

Am nächsten Morgen, gut gestärkt nach einem tollen Frühstück im wundervollen Garten der Pension Aufeld (und mit Kerze zu meinem Geburtstag!), hatten wir uns heute nur lächerliche 35 km vorgenommen. Am Horizont waren trotz diesigem Wetter bereits die ersten Berge sichtbar. Wir hatten erfolgreich verdrängt wie anstrengend sogar eine so kurze Distanz mit den Falträdern bei solchen Temperaturen und den immer hügeligeren Wegen sein würden. Puh, 700 Höhenmeter heute! Nach einigen Schiebestrecken freuten wir uns sehr über jedes Fleckchen im Schatten und über den Eisautomaten von der Pollinger Eismanufaktur in Kinsau. Schongau war schon in Sichtweite, aber irgend jemand in der Vergangenheit hatte den Fehler begangen, die Stadt auf einen Hügel zu bauen, der nicht nur uns sondern auch Frauen mit Kinderwägen sichtbare Probleme bereitete. Nach einer Abkühlung und Stärkung im Bootshaus am Lido (noch mehr Hügel, yay!), fanden wir heraus, dass nahezu alle Restaurants im wohlverdienten Sommerurlaub waren, fanden aber letztendlich gutes Essen bei iPho Vietnamese Cusine.

Panoramastrecke den ganzen Tag! <3

Wir hatten im schönen alten, für unsere Verhältnisse Premium-bepreisten (150 €) Hotel Alte Post in Schongau übernachtet, das uns mit einem extrem guten Frühstück überraschte. Sogar einen kleinen Geburtstagskuchen mit Kerze gab’s zum Ausklang von Olivers Geburtstags, das war wirklich sehr süß. Und wir geben zu, eine Klimaanlage im Zimmer war ausnahmsweise auch ganz angenehm bei 38°C.

Aus Angst vor den weiteren Höhenmetern schickten wir morgens noch alles Unnötige per Post nach Hause, und waren dann ganz hingerissen von der tollen Panoramastrecke den ganzen Tag! <3 Das Allgäu lag vor uns und zeigte sich in voller Pracht und voll duftender Heuwiesen – wie einem das Milchkartons das schon immer vermittelt haben. Idylle pur… Kühe baden im Lech, tolle Blicke wie der kurz vor Burggen von weit oben auf eine Lechschleife und das Naturschutzgebiet Litzauer Schleife.

Wir fahren durch den hübschen Ort Lechbruck am See mit Badestelle kurz vor Brücke mit allerdings viel Strömung. Es geht ständig auf und ab, es ist anstrengend aber machbar, nur ausgerechnet vor dem Ort „Riesen“ gibt es ganz schön viele Berge und wir kapitulieren und müssen lange schieben, uffz! Bei der Hitze freut man sich über jeden rettenden Brunnen, so wie im schnuckeligen Roßhaupten. Wie praktisch, dass alle Trinkwasser-Brunnen in unserer Lieblings-Navigations-App Naviki eingezeichnet sind!

Der Alpsee! Träumchen! : )

Das Bergpanorama wird immer unwirklicher und umwerfender, eine tolle Erfahrung ist die Radstrecke (46,7 km und 251 Höhenmeter) heute! Endlich erreichen wir eine schöne Badestelle am Forggensee beim Café Maria, juuuhu! Mit Blick auf Schloss Neuschwanstein, wohlgemerkt. 🦢 Jetzt sind wir fast da, lassen Füssen erstmal rechts liegen und fahren zu unserer tollen Ferienwohnung im Ferienhaus Madeleine im unaufgeregten und sehr angenehmen Schwangau.

In den kommenden Tagen schauen wir uns die Gegend per Rad genauer an, Füssen, den großen, türkisfarbenen Forggensee, den sehr schönen (aber sehr warmen) Hopfensee und unser persönliches Highlight: den Alpsee! Träumchen! : )

Und ein kulinarischer Tipp darf nicht fehlen: Ein Essen im Restaurant Schneiderhanser im charmanten Hotel Helmer können wir euch wärmstens ans Herz legen!

Radtour von Augsburg nach Schwangau | ca. 138,6 km | GPX-Download

Orte auf dem Weg

AllgäuAlpseeAugsburgKiniLandsberg am LechLochbachSchloss NeuschwansteinSchongauSchwangau

Comments (0)

Du hast Tipps oder Fragen? Schreibe uns einen Kommentar!

An den Anfang scrollen
Suche