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Auf dem Isar-Radweg von Mittenwald zur Isarquelle

Türkisblaues Wasser, Wildnis, (Funk-)stille. Die vielleicht schönste Radtour ever.

Ausgeschlafen starten wir mit einem leckeren Frühstück im gemütlichen Frühstücksraum des Alpenrose Traditionsgasthofs – nichts für Veganer/Vegetarier, aber gute Semmeln! Für unsere heutige Tour auf dem Isar-Radweg von Mittenwald zum Isar-Ursprung im Hinterautal/Karwendelgebirge – holen wir uns noch g’schwind ein paar Semmeln von der Bäckerei B’sonders Guad gegenüber des Hotels, leckeren Kraut- und Kartoffelsalat und ’ne Wiener bei der Metzgerei Rieder, sowie tollen Käse von der Schönegger Käse-Alm (Alle 3 Läden liegen praktischerweise nah beeinander, quasi in der gleichen Straße).

Wir hatten viel von dem türkisblauen Wasser der jungen Isar gehört, von daher waren wir auf der Isarbrücke in Mittenwald erstmal enttäuscht über das schlammbraune Wasser, das uns entgegenrauschte. Wie sich aber später zum Glück herausstellen sollte, war dies dem Hagel/Unwetter des Vorabends geschuldet, und je höher wir die Isar hinauf radeln sollten, desto klarer wurde das Wasser.

Der schnuckeligen & malerische Markt Mittenwald – das Zentrum des deutschen Geigenbaus – ist recht übersichtlich, und direkt nach dem Ortsausgang wird man wieder von der Natur verschluckt. Wir passieren Nadelwälder und Blumenwiesen. Bis Scharnitz ist die Strecke recht flach, ohne nennenswerte Steigungen. Nach Scharnitz geht’s allerdings recht steil bergauf, wir müssen streckenweise kurzzeitig schieben. Dafür hat man sich aber innerhalb kurzer Zeit auf beachtliche Höhen hochgeschraubt, und hat einen atemberaubend schönen Blick auf die Kiesbänke der Isar, die – mittlerweile kristallklar – unter einem ins Tal rauscht.

Laut Wikipedia wurde übrigens „Auf der Isar […] der moderne Kanusport begründet. Alfred Heurich befuhr 1905 die Isar zwischen Bad Tölz und München mit seinem selbstgebauten Faltboot in Form eines Kajaks zum ersten Mal.“

Ab irgendeinem Punkt gibt es dann einfach keinen Handyempfang mehr, hm, auch mal interessant! Stattdessen Glockenblumen, Schmetterlinge, Wasserfälle und …herrliche Stille! Wir sind fast alleine unterwegs, begegnen nur sehr wenigen anderen Radlern auf der gesamten Strecke. Zahlreiche Nebenbächlein münden in die Isar, kleine Holzstege (nur für Forstbeamte, jaja!) führen über schmalere Stellen des Flusses.

Ehre und Achtung, dem der Leben spendet, Wasser ist Leben“ …lesen wir auf einer Infotafel zu den Isarquellen – und ehrfürchtig sind wir tatsächlich, bei all dieser wilden Schönheit, die uns umgibt. Die „Isarquelle“ besteht aus mehreren kleinen Quellen, die (wie die meisten Quellen) recht unspektakulär ist, aber dennoch eine ganz eigene, fast magische Atmosphäre aufweist, zumal wir ganz alleine dort oben herumspazieren. Das Wasser, das aus den Quellen sprudelt, ist eiskalt – das ganze Jahr konstant um die 7°C, und teils 50 bis 60 Jahre alt. Die Umgebung rund um die Quellen ist wirklich hübsch gestaltet, mit zahlreichen Bänken und Picknicktischen.

Ein paar Kilometer weiter gibt’s auch noch die Kastenalm, die aber heute (Mittwoch) wie wir schon gelesen hatten leider Ruhetag hat. Also machen wir uns auf den Rückweg, und finden eine schöne Bank an der Isar für unser fürstliches Picknick. Dem aufkommenden leichten Schauer trotzen wir mit einem aufgespannten Regenschirm im Baum… Gamsen oder Steinböcke erspähen wir unterwegs leider nicht, aber dafür kreuzt die ein oder andere freilaufende Kuh unseren Weg.

Der Rückweg ist aussichtsreich, bietet nochmal ganz andere Perspektiven und Ausblicke, und ist (meist bergab) nun sehr angenehm zu fahren. Wir erreichen Scharnitz keine Sekunde zu spät, denn urplötzlich schüttet es wie aus Eimern, und wir flüchten uns ins Café Länd. Ein Bierchen später und bei deutlich kühleren Temperaturen geht’s (er)frisch(t) weiter nach Mittenwald, wo uns unsere Alpenrose mit live Blasmusik empfängt – mei wie schee!

Von Mittenwald über Scharnitz zur Isarquelle (und zurück) | ca. 44 km | GPX-Download
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